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              Der Hovawart

Die Geschichte des Hovawarts ist zwar kurz im Vergleich zu anderen Hunderassen,

aber dennoch liegt vieles im Dunkeln. Der Name „Hovawart“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen „hovewart“ und bedeutet „Hofwächter“. In mittelalterlichen Schriften wie zum Beispiel im „Sachsenspiegel“ ist zwar von einem „hovewart“ die Rede, aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte niemand sagen, wie ein solcher Hund ausgesehen haben mag. Überliefert ist lediglich, dass dieser „hovewart“ groß und kräftig war, Haus und Hof bewachte und sich deutlich von den Wind- und Jagdhunden des Adels unterschied.

Angeregt durch die privaten Forschungen seines Vaters Bertram,

der schon um die Jahrhundertwende mit dem „Germanenhund“

experimentierte, versuchte Kurt F. König diesen Hund rückzuzüchten.

Er wollte diesen „Urvater aller großen Schutzhunde“ wiederherstellen,

indem er alle aus ihm entstandenen Rassen wieder zusammenfügte.

Bei Bauern im Harz und im Odenwald kaufte er die letzten

schlappohrigen „Hofwächter“ und kreuzte diese Bauernhunde, die

seinem Ideal entsprachen mit Rassehunden (Deutscher Schäferhund,

Neufundländer, Kuvacz und Leonberger), deren Aussehen und

Charaktereigenschaften ihm geeignet erschienen. Als Hofhund musste

der Hovawart mit anderen Tieren friedlich zusammen leben können,

er sollte ein ausgeprägtes Sozialverhalten haben. Misstrauisch und

reserviert zeigte er sich Fremden gegenüber. Nur bei wirklicher Bedrohung sollte er seine Familie und deren Habe mit seinen Zähnen verteidigen.

So verschieden wie die Rassen, die zur Neuzüchtung des Hovawarts herangezogen wurden, sind auch die modernen Hovawarte – sie zeigen deutliche Unterschiede in Größe, Gewicht und Temperament. Er ist, auch wenn er auf den ersten Blick so aussieht,

KEIN hochbeiniger Golden Retriever, KEIN selbstbewußter Setter, KEIN schlanker Berner, KEIN schlappohriger Altdeutscher Schäferhund.

Ein Hovawart ist ein Hovawart – dass heißt: Er ist, trotz aller Beimischungen, erst einmal ein Lagerhund. Er hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Vorstellungen. Er ist ein Hund, der sich Zeit lässt – mit dem Wachsen, dem Lernen, dem Hören. Und seine Menschen müssen ihm diese Zeit zugestehen. Mit Ungeduld und Gewalt erreicht man beim Hovawart überhaupt nichts.

Mit Konsequenz und Lob dagegen fast alles. Seinen Beruf als Hofwart nimmt er ernst. Haus, Hof und „seine Familie“ zu verteidigen, das muss ein Hovawart nicht lernen. Das macht er aus freien Stücken. Hiezu kommt ein sehr gutes Gedächtnis. Hat ein Hovawart einmal mit einem Menschen schlechte Erfahrungen gemacht, dann ist es für diesen Menschen ratsam, vorsichtig im Umgang mit diesem Hovawart zu sein, er wird ihm lange, wenn nicht immer misstrauen wird. Man muss sich als Besitzer eines Hovawart klarmachen: so lieb und freundlich er ist, so ungemütlich kann er werden, wenn er angreift, denn er ist ein kräftiger, schneller und wendiger Hund. Deshalb muss man ihn auf jeden Fall sorgfältig erziehen und einerordnen, so dass man ihn auch in solchen Situation noch gut im Griff hat.